Probleme mit der Farbe bei den neuen MoonSwatch Uhren?

Im Netz häufen sich plötzlich die Gerüchte, dass die neue MoonSwatch von Omega und Swatch abfärben würde. Kann das wirklich sein, oder ist dies nur ein schlechter Scherz?

Angeblich soll die Farbe der blauen MoonSwatch Neptun abfärben » Bild

Blog MoonSwatch Probleme 2022

Das für das Uhrengehäuse verwendte ⬈ Bio Ceramic soll auch aus zwei Dritteln Keramik und einem Drittel „Bio-Plastik“ (Rizinus-Öl) bestehen. Ob der Batteriedeckel aus dem gleichen Material besteht, konnte ich nicht herausfinden.

Da Swatch ja bereits über ein Jahr Erfahrung mit dem High-Tech Material hat, und an der Entwicklung des Biokunststoffes gemäss eigenen Angaben rund 500 Ingenieure beteiligt waren, kann dies doch fast nicht möglich sein.

Hier geht’s zu den erwähnten Artikel auf
MotherShipTheStandard oder ⬈ Watchuseek


Uhrenexperte Patrik-Philipp Huber

Es fällt mir sehr schwer zu glauben, dass das Gehäuse der Uhren nicht farbecht sein soll, und gehe höchsten davon aus, dass der Aufdruck des blauen Neptuns auf dem Batteriedeckel vielleicht abfärben könnte.

Wenn dies aber wirklich wahr ist, wäre dies kein super Coup, sondern ein Supergau.

 

Swatch und Omega landen grossen Coup

Die Lancierung der Moon-Swatch schlägt weltweit hohe Wellen. In Basel standen heute morgen geschätzte 200 bis 300 Kunden an, um die neueste Omega X Swatch – Speedmaster MoonSwatch Bioceramic zu ergattern.

Auch in anderen Städten reissen sich die Menschen um die neuen Armbanduhren. Soweit mit bekannt ist, soll am 26.3.2022 jedes der 10 Schweizer Verkaufsstellen 200 Stück erhalten haben und pro Kunden dürfen nicht mehr als 2 Uhren verkauft werden. Bei dem grossen Andrang wird es wohl einige enttäuschte Kunden geben, die vergeblich gewartet haben…


Bunte Himmelskörper
Auf der Gehäuserückseite zeigt das Batteriefach den Planeten,
dem das entsprechende Modell gewidmet ist.

moonswatch omega speedmaster swatch

Der Chronograph ist in elf verschiedenen Farben von Beige über Blau-Grün bis hin zu Pink oder Gold erhältlich. Auf dem Zifferblatt befinden sich sowohl das Omega- als auch das Swatch-Logo. Die Abmessungen der MoonSwatch entsprechen mit 42 Millimeter Durchmesser und 13.6 Millimeter Höhe der originalen Speedmaster Professional von Omega.


Die beiden Uhrenmarken aus der Swatch GroupOMEGA und SWATCH zusammen. Im Fokus steht dabei die legendäre «Moonwatch». Inspiriert ist die Uhr vom Omega-Kult-Chronographen «Speedmaster», der als erste Uhr auf dem Mond getragen wurde und deshalb auch «Moonwatch» genannt wird.

Die MoonSwatch erscheint in elf unterschiedlichen Farbversionen, die jeweils einen Planeten, Stern oder Zwergplaneten unseres Sonnensystems vertreten. Die bunten Gehäuse aus nachtaltigem ⬈ Bioceramic, das zu zwei Dritteln aus Keramik und zu einem Drittel aus einem Rizinus-basierten Material besteht, verweisen auf den jeweiligen Himmelskörper: so steht gelb für die Sonne, dunkelgrau für Merkur, rosa für die Venus, grün für die Erde, hellgrau für den Mond, rot für den Mars, sandfarben für den Jupiter, beige für den Saturn, hellblau für den Uranus, blau für den Neptun und hellgrau mit dunkelrotem Panda-Zifferblatt für Pluto.


Uhrenexperte Patrik-Philipp Huber Die Omega Speedmaster Monduhr hat ein sportlich schlichtes, aber sehr zeitloses Design. Dies ist wohl einer der Gründe, warum diese auch nach 50 Jahren immer noch eine der beliebtesten Sammleruhren bei uns ist.

Die Monduhr von Omega kostet heute CHF 6’350.-. Die Moonswatch hingegen nur CHF 250.-.

Natürlich kann man eine handgefertige mechanische Uhr nicht mit einem batteriebetrieben Massenprodukt vergleichen. Aber die Begeisterung und die grosse Nachfrage um die Uhr, kann ich gut nachvollziehen und gratuliere beiden Firmen zu diesem Coup.

Ich kann mir sogar gut vorstellen, dass der Hype um die Moonswatch für die Uhrenbranche als ganzes positiv ist. Zeigt es doch, dass eine schöne Armbanduhr mehr ist, als „nur“ ein Zeitmessinstrument.

Omega-x-Swatch MoonSwatch Bild: PD

Weitere Infos unter ⬈ www.swatch.com

Auch Juwelier Mezger schliesst seine Tore

Nach der Schliessung der Bijouterie Gübelin verliert die Freie Strasse in Basel einen weiteren top Juwelier…


Auszug aus dem ⬈ Facebook Beitrag vom 7. März 2022:

Time to say goodbye: Wir schliessen…

Wunderschöne Produkte, eine treue Kundschaft und viel Herzblut – das machte uns jahrelang zum führenden Anbieter für Uhren und Juwelen in Basel. Nach mehr als sechs Jahrzehnten geben wir nun die Schliessung unseres Geschäfts zum 31. Juli bekannt.
In dem sich stetig verändernden Marktumfeld ist unser Geschäftskonzept mittlerweile ein Auslaufmodell geworden.

Viele Schmuck- und Uhrenmarken führen ihre eigenen Monobrand Stores und auch das Internet hilft nicht. Dieser Entwicklung können wir uns auf Dauer nicht entgegenstellen. Aus diesem Grund haben wir schweren Herzens den Entschluss gefasst, Mezger Uhren und Juwelen zu schliessen.

Wir verabschieden uns mit einem lachenden und einem weinenden Auge, denn unsere Geschichte geht weiter: Die Basler Cartier Boutique bleibt weiterhin von uns familiengeführt und wird unsere Räumlichkeiten in der Freie Strasse 101 beziehen. Urs Mezger


Beitrag von auf ⬈ Telebasel


In den letzten Jahren hat Basel über 20 Uhren-Bijouterie verloren. Ich bedauere sehr, dass Basel mit Juwelier Mezger wieder ein weiteres top Geschäft verliert…

Die zwei Uhren am Basler Bahnhof

Das Basler Bahnhof SBB ist der Einzige in der Schweiz, der zwei Uhren hat. Hinter dieser Besonderheit steckt ein interessantes Stück Schweizer Geschichte.

Jeder Schweizer Bahnhof hat mindestens eine Bahnhofsuhr

Die Schweizer Bahnhofsuhr existiert in ihrem heutigen Design seit 1944. Damals entwickelte ⬈ Hans Hilfiker die schlichte, moderne Uhr. Ihr Sekundenzeiger ist ein roter, dünner Stab mit einer runden Scheibe am Ende. So erinnert sie an die Kelle des Bahnhofsvorstehers. Die Schweizer Bahnhofsuhr ist sehr leicht abzulesen und entspricht immer noch unserem Zeitgeist. In das Tempo der Zugreisen bringt sie ein wenig Gelassenheit.

Warum hat der Basler Bahnhof zwei Uhren?

Alter Bahnhof in Basel
Bild: Ethz Bibliothek / Staatsarchiv Basel

Reisen wir ein Stück zurück in die Geschichte. Im Jahr 1844 rauschte der erste Zug durch die Schweiz. Die Strecke reichte damals von Mulhouse nach Basel. Damit war hier nicht nur die erste Zugstrecke der Schweiz geschaffen worden, sondern auch die erste internationale Zugverbindung weltweit. Oft wird heute die Fahrt von Zürich nach Baden als erste Zugfahrt der Schweiz erinnert. Aber sie fand erst drei Jahre später statt.

Der Bau des ersten Schweizer Bahnhofs machte eine Erweiterung der Stadtmauer erforderlich. Mittlerweile stehen beide nicht mehr. Im Jahr 1860 nahm der Centralbahnhof seinen Dienst auf. Das lange symmetrische Gebäude besass zwei Bahngesellschaften. Eine für in die Schweiz, die andere nach Frankreich.

Bevor die Eisenbahn den Takt des Lebens bestimmte und die Industrialisierung beschleunigte, hatte jede schweizerische Stadt ihre eigene Zeit. Diese richtete sich nach dem Höchststand der Sonne. Zu diesem Zeitpunkt war es Mittag. Die Bahn, die die Städte miteinander verband, brachte also täglich Reisende in Städte, auf deren Zeit sie sich einstellen mussten. Das Zugpersonal musste sich nach verschiedenen Uhrzeiten richten.

Auch in anderen Ländern gab es eine solche Vielfalt in der Zeitmessung. Zu dieser Zeit kamen in den USA mehr als zehn Menschen bei einem Zusammenstoss zweier Züge ums Leben. Dieses Unglück ereignete sich, weil die Zugführer verschiedene Uhrzeiten hatten.

Als Versuch, das Chaos zu bereinigen, richtete man Uhrzeiten ein, die ausschliesslich für die Züge galten. Das bedeutete, dass die Bahnhofsuhr eine andere Zeit anzeigte als die Kirchturmuhr. Auf Dauer setzte sich die Bahnhofsuhr durch. Denn in der Industrialisierung gab der Fortschritt den Takt an, nicht mehr die Spiritualität.

Schweizer Bahnhofsuhr in Basel

Zwei Uhren.
Sinnbild der Internationalität

Die schweizerische Eisenbahnzeit war die ⬈ Berner Zeit. Fuhren Züge nach Frankreich, richteten sie sich nach der Pariser Zeit. Dies ist der Grund für die zwei Uhren am Basler Bahnhof SBB: Die linke Uhr zeigte die Berner Zeit an, die rechte die Pariser Zeit. So wussten die Reisenden jeweils, ob sie pünktlich waren, – für Fahrten entweder in die Schweiz oder nach Frankreich.

Damit ist die doppelte Zeitmessung am Basler Bahnhof SBB ein frühes Symbol der Binationalität, der Internationalität und sogar der beginnenden Globalisierung. Die Zeit, in der die Bewohnerinnen und Bewohner der Städte weitestgehend unter sich blieben, war vorbei. Sie wich der Völker verbindenden Vernetzung der Nationen und Kontinente.


Im Jahre 1986 inspiriert sich der Schweizer Uhrenhersteller Mondaine, vom emblematischen patentierten Design der Bahnhofsuhr und verwandelt es in eine Uhrenkollektion — mit offizieller Genehmigung der Schweizerischen Bundesbahn.


Zwei Uhren zwei Uhrzeiten

Die beiden Uhren haben überigens lange nicht die gleiche Zeit angezeigt. Dies wird vom Historiker ⬈ Benedikt Meyer so gut und lustig erklärt, dass man sich das Video fast ansehen muss. (Sehr empfehlenswert)


Infos über den Basler Centralbahnhof  ⬈ SBB  ⬈ Wikipedia

Abschaffung der Basler Zeit

Vor der Einführung der mitteleuropäischen Zeit von 125 Jahren hatte jede Stadt ihre eigene Zeit. In der heutigen Zeit der weltweiten Vernetzung und Kommunikation erscheint uns dies unglaublich. Aber früher war es Realität.

Einführung der mitteleuropäischen Zeit vor 125 Jahren

Am 01. April 1893 wurden die Uhren in Deutschland, Österreich und Italien auf eine einheitliche Uhrzeit eingestellt. Damit war die mitteleuropäische Zeit zumindest für drei Nationen geboren. Im Jahr darauf trat die Schweiz dieser Vereinbarung bei. Vorher gab es hier eine Vielzahl von unterschiedlichen Uhrzeiten, denn diese waren in allen Städten verschieden. Die jeweilige Zeit wurde vor der Vereinheitlichung durch den Sonnenstand auf dem entsprechenden geografischen Längengrad ermittelt.

Chaos auf Reisen mit der Eisenbahn

Der Eisenbahnverkehr, der erst vor wenigen Jahrzehnten entstanden war und für einen schnelleren Transport von Menschen und Gütern sorgte, war ein Vorbote der Globalisierung. Aufgrund der verschiedenen Zeitmessungen brach hier auf nahezu jeder Reise Chaos aus. Insbesondere Grenzstädte wie Basel waren davon betroffen.

Man versuchte die Missstände zu beheben, indem man Einheitszeiten festlegte, die nur für die Züge galten. Diese orientierten sich meist an den Zeiten der jeweiligen Hauptstädte. Aber wer möchte schon an einem Bahnhof aussteigen und sich plötzlich in der betreffenden Stadt nach einer völlig anderen Zeit richten?

In Basel gab es seit 1854 den Central Bahnhof, der heute Bahnhof SBB heisst. Ein Jahr später nahm der Badische Bahnhof den Verkehr auf. Beide zeigten eine unterschiedliche Zeit an – in derselben Stadt!

Ähnliche Zustände gab es auch in der Neuen Welt. Im Jahr 1853 geschah in den USA ein schweres Zugunglück, das man auf das Chaos der Uhrzeiten zurückführte. Zwei Lokführer hatten ihre Taschenuhren auf unterschiedliche Uhrzeiten eingestellt. Dies hatte zur Folge, dass zwei Züge in Virginia Falls zusammen stiessen. Dreizehn Menschen kamen dabei ums Leben. Damit war das Dilemma nicht mehr zu übersehen.

Der steinige Weg zur ersten Einigung der Europäer

Auf einer Tagung in Washington im Jahr 1884 stellte einer der Teilnehmer eine Möglichkeit der Zeitregulierung vor. Ein System aus 24 Zeitzonen sollte die Welt übersichtlich machen und das Chaos der Gemeinden und Städte beenden. Vor allem Deutschland zeigte hier jedoch Vorbehalte, weil konservativ gestimmte Kreise an der Städte-Regelung festhalten wollten. Neun Jahre später einigten sich aber die mitteleuropäischen Staaten auf die MEZ (mitteleuropäische Zeit). Danach schlossen sich immer mehr Länder an. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges traten schliesslich auch Grossbritannien, Portugal, Monaco, Irland und Andorra der europäischen Regelung bei. Die MEZ bezieht sich auf den 15. Längengrad Ost und gilt in Mitteleuropa und Teilen Afrikas.

Sommerzeit in der Schweiz vor 1977

Die Sommerzeit gilt seit 1977 auch in der Schweiz

Zwei Mal im Jahr werden die Uhren umgestellt, nämlich Ende März und Ende Oktober. Die sogenannte Sommerzeit hängt mit der MEZ zusammen. Auch die Menschen in Basel nehmen daran teil, denn 1977 schloss sich die Schweiz dieser Einheitlichkeit an.

Um den Übergang so geschmeidig wie möglich zu gestalten, entschied man sich, die Umstellung auf eine Nacht im Wochenende zu legen. Diese Zeit machte die Umstellung für die SBB einfacher, ein Grossteil der Bevölkerung schläft und Nachzügler haben am Sonntag noch Zeit, die Uhren umzustellen.

Immer wieder flammen Diskussionen auf, die Sommerzeit abzuschaffen. Daher befasst sich derzeit das Europäische Parlament mit dieser Thematik. Ob man die Winter- oder die Sommerzeit als Normalzeit festlegen soll, ist jedoch umstritten. Obwohl die Schweiz nicht Mitglied der EU ist, könnte dies auch hier Folgen haben. Ähnlich wie bei der Anpassung an Europa bei der Einführung würde es auch heute keinen Sinn machen, alleine an der Winterzeit festzuhalten.
Ist das Ende der Sommerzeit gekommen?

Basler Zeit Münster in Basel

Die „Basler Zeit“ währte 400 Jahre

Die Baslerinnen und Basler sind stolz auf ihr Basler Münster. Majestätisch reckt es sich empor und umflutet die Stadt mit Spiritualität. Aber die Sonnenuhr am Münster geht im Winter eine Stunde vor und zeigt statt der „normalen“ Zeit die Sommerzeit an. Warum?

Im Mittelalter wurden die römischen Temporalstunden entwickelt, die die Basis für die Zeitmessung darstellten. Der Tag hatte nun zwölf Nacht- und zwölf Tagesstunden. Sieben dieser Stunden waren die Horen, also die Stunden der Gebete. So gab es z. B. „Laudes“ am Morgen, „Vesper“ zum Ende des Tages und andere Horen. Aber die Menschen in Basel zählten die Horen nicht nach der zurückliegenden, sondern nach der angebrochenen Stunde. Der Mittag war also die erste Stunde, Mitternacht die Dreizehnte.

Es gibt noch andere Legenden, die die Basler Zeit zu erklären versuchen. Eine davon erzählt, dass ein Überfall auf die Stadt geplant war. Um Mitternacht sollte Basel von den Feinden mit der Hilfe von Basler Kollaborateuren eingenommen werden. Der Turmwärter erfuhr davon erst kurz vorher. Also blieb ihm keine Zeit, um Alarm zu geben. Daher stellte er einfach die Turmuhr eine Stunde vor. Mitternacht fiel aus und der Ansturm fand nicht statt.

Siehe auch ⬈ Basler Zeit auf Wikipedia


Fedor Singer
Beitrag vom Uhren Blogger Fedor

Was hat die Nordwestschweizer Stadt Basel zu dem gemacht, was sie heute ist? Dieser Frage gehen Historikerinnen und Historiker im neuen Buch “Basler Geschichte in Kürze – Zeitsprünge” nach. Inspiriert wurde es von einer Ausstellung im Historischen Museum Basel:

Die Zeitzonen in 99 Sekunden erklärt:

 

Baselworld 2022 findet nicht statt

Was in der Branche schon befürchtet wurde, ist nun bittere Tatsache. Die Leitung der MCH Group teilt heute mit, dass sie für den Neustart der Baselworld mehr Zeit brauchen und daher die Messe auch 2022 nicht stattfinden wird.

Die aktuelle unsichere Wirtschaftslage, die Ängste und Bedürfnisse der Hersteller müssen neu analysiert werden. Der Firmenchef der MCH Group, Beat Zwahlen, mein dass es derzeit schwierig sei, ein Konzept für ein neues Zielsegment zu lancieren. Die erneute Verschärfung der Corona-Situation und der Verunsicherung der Kunden verunmögliche eine seriöse Planung für die potenziellen Teilnehmer, deren Kunden aber auch für die Veranstaltungsbranche im Allgemeinen.

Uhrenexperte Patrik-Philipp Huber

Sehr schade, aber sicher ein weiser Entscheid.
Auch bei meinen Gesprächen in der Uhrenbranche habe ich festgestellt, dass das Interesse an einer Uhrenmesse wie der Baselworld grundsätzlich vorhanden ist, doch ist die aktuelle Situation so unsicher, dass es dafür wahrscheinlich einfach mehr Zeit braucht…


Loris-Melikoff

Da die Baselworld 2022 abgesagt wird, verlässt der Managing Director Michel Loris-Melikoff das Unternehmen.
telebasel.ch

Basler Zeit – Basel tickte anders

Zeitmessung aus dem Mittelalter der Legenden

Die Zeitmessung begleitet die Menschheit seit dem Altertum. Was mit einfachen Sonnenuhren begann, entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte zu komplexen technischen Meisterwerken der Präzision. Die Schweiz ist als Land der Uhren bekannt; viele der angesehensten und edelsten Zeitmessgeräte stammen von hier. In der ganzen Welt schätzt man die schweizerische Uhrmacherkunst als eine landestypische Spezialität. Aber hätten Sie gewusst, dass die Stadt Basel jahrhundertelang eine andere Zeitmessung für die Zählung der Stunden des Tages besass?

Basel gab die angebrochene Stunde an

Die Basler Zeit heisst auch Basler Uhr und bestimmte mehr als 400 Jahre lang das Zeitgefühl der Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt. Wollte man die Uhrzeit angeben, nannte man nicht die abgelaufene Stunde, wie heute üblich, sondern die erst angebrochene, aktuell laufende Stunde. Wenn es nach heutigem Verständnis 2:15 Uhr in der Nacht war, sprachen die Baslerinnen und Basler von 3:15 Uhr. Diese Art der Zeitangabe entwickelt sich aus den mittelalterlichen Horen, also den Stundengebeten. Diese wurden mit Ziffern angegeben, die jeweils die laufende bzw. beginnende Stunde betrafen. Den Anfang setzte hierbei das Basler Münster, das heute noch von den Besucherinnen und Besuchern der Stadt bestaunt wird. Die Autoritäten der Kirche massen den Stundengebeten eine so hohe Bedeutung bei, dass sie ihre Zeitmessung davon abhängig machten. Die übrigen Uhren der Stadt folgten dieser Entscheidung. Die Menschen in Basel lebten also seit dem Frühmittelalter in einer eigenen Zeitzone!

Baslerzeit Rathaus Basel Zeit
Basler Rathaus

Die Basler Zeit wurde zum Streitfall

Der Oktober 1774 läutete das allmähliche Ende der Basler Uhr ein. Im Grossen Rat wurde ein Anzug eingereicht, der die Frage stellte, ob man die Basler Uhren nicht an die benachbarten Uhren anpassen könne. Die Folge war eine rege und hitzige Diskussion. Schon damals rief man im Streitfall Spezialisten herbei. Der Physiker Daniel Bernoulli sollte feststellen, was es denn mit der Basler Uhr auf sich habe. Er kam zu dem Schluss, dass die Zeiger der Basler Uhr falsch angebracht worden seien. Dies löste wiederum Unverständnis der Basler aus…

Zeit sollte nichts als ein Irrtum sein?
Manche von Bernoullis Zeitgenossen versuchten, diese Behauptung zu widerlegen, so auch der Mathematikprofessor Daniel Huber. Andere wiederum warfen den Verfechtern der Basler Zeit Eigensinn oder Schmeichelei der Bürger vor.

Das Jahr 1779 brachte den nächsten Versuch, die Basler Zeit zu beenden. Ein entsprechender Erlass des Stadtrates wurde von den Bürgerinnen und Bürgern brüsk zurückgewiesen. In Basel gingen die Uhren nun einmal anders. Der Erlass wurde aufgegeben.

Napoleon vereinheitlichte die Zeitmessung der Helvetischen Republik

Als das Jahr 1798 kam, bestimmte Napoleon die Geschicke der Stadt. Er hielt nichts von besonderen Zeitzonen. Im Zuge der Gründung der Helvetischen Republik passte er die zeitlichen Besonderheiten an einen allgemeinen Standard an.

Nach über 400 Jahren beschloss der Stadtrat, die Uhren der restlichen Schweiz anzupassen. Im Januar 1798 liess er einen sanften Übergang durchführen: Über mehrere Tage stellte man die Uhren für jeweils 10 Minuten zurück. Das Basler Münster allerdings gibt sich traditionsbewusst und zeigt bis heute beide Zeitzonen an. Während die mechanische Uhr der aktuellen Zeitform entspricht, lässt sich auf der Sonnenuhr die Basler Zeit ablesen.

Um die Entstehung der Basler Zeit ranken sich zwei Legenden

Die Basler Hobbyhistorikerinnen und -historiker berichten von zwei Legenden, die erklären sollen, wie die Basler Zeit entstanden ist.

Die erste Überlieferung stammt aus einer Zeit, in der Basel von Feinden umzingelt und belagert wurde. Es gab in der Stadt unzufriedene Bürger, die zu Kollaborateuren wurden. In der Nacht sollte die Stadt überrumpelt werden, wenn die Uhr Mitternacht schlug. Der Turmwärter erfuhr davon erst kurz vorher. Es blieb ihm keine Zeit, die Wachen in Kenntnis zu setzen. Also stellte er die Uhr um eine Stunde vor – Mitternacht fiel aus. Daher gab es kein Zeichen für den Angriff. Die Belagerer und ihre Bundesgenossen dachten, sie hätten Mitternacht verpasst. Mittlerweile gelang es dem Turmwärter, dem Stadtkommandanten eine Warnung zukommen zu lassen. Verstärkung kam herbei. Die Verräter gingen geschlagen in ihre Häuser zurück und die Belagerer gaben ihren Plan auf.

Alternativ dazu kursiert eine weitere Legende. Sie kreist um die Ära des Konzils von Basel, das von 1431 bis 1449 stattfand. Die Teilnehmer des Konzils sollen ihre Uhren um eine Stunde vorgestellt haben, damit die Sitzungen nicht so lange dauerten und sie schneller zum Mittagessen gehen konnten. Schon damals war ein leerer Magen für jede und jeden ein guter Grund, sich aus der Zeit zu stehlen!

Siehe auch ⬈ Wikipedia


Fedor Singer
Beitrag vom Uhren Blogger Fedor

Kuriosität Sonnenuhr am Basler Müster mit Baslerzeit

Normalerweise zeigen die Sonnenuhr während der Sommerzeit die falsche Zeit an. Bei historischen Sonnenuhren müssten bein Wechsel aus Sommerdzeit die Ziffern ausgetauscht werden, was aber oft nicht geschieht.

Nicht so die Sonnenuhr am ⬈ Basler Münster. Die stimmt im Sommer und geht dafür im Winter eine Stunde vor. Bei der Sonnenuhr am Basler Münster fällt der senkrechte Mittagsschatten auf die 1, nicht wie üblich auf die 12.

Das liegt daran, dass die Basler bis ins 18. Jahrhundert ihre eigene Zeitrechnung hatten: Die oben erwähnte «Basler Zeit».

Sonnenuhr Basler Zeit Münster
Sonnenuhr am Basler Münster (Bild: Wikimedia/Analemma)

Siehe auch ⬈ SRF.ch

Gübelin verabschiedet sich von Basel

Basel verliert ein top Juwelier

In den Medien war unter anderem zu lesen, dass Corona oder die Bauarbeiten an der Freien Strasse der Grund für die Schliessung der Basler Filiale von Gübelin waren. Wir wollten vom Firmensprecher Patrick Pfannkuche genau wissen, weshalb das Luzerner Familienunternehmen, den Mietvertrag Ende 2021 nicht verlängern wollte und zitieren:

„Als Familienunternehmen richten wir unsere Strategie und unsere Standorte langfristig, nachhaltig und zukunftsorientiert aus. Unabhängig von der Corona-Pandemie beobachten wir schon länger die Entwicklung des Standorts Freie Strasse in Basel. Die Retaillandschaft der Basler Innenstadt hat sich in den letzten Jahren stark verändert und ist von verschiedenen Wechseln und Umbrüchen geprägt. Auch wenn Anwohner und Geschäfte von der Umgestaltung der Freien Strasse später profitieren mögen, sind doch die baulichen Massnahmen zum Teil recht enorm, sodass Geschäfte mitunter von Bauzäunen verdeckt werden und praktisch von der Bildfläche verschwinden. Historische Funde können die umfangreichen Bauarbeiten auf unbestimmte Zeit hinauszögern. Nicht zuletzt beeinflusst auch die Veränderung der Messe Baselworld die Attraktivität der Stadt. Die Umstände, Faktoren und Prognosen haben wir intensiv analysiert. Vor dem Hintergrund, dass der Mietvertag für die Boutique Ende Jahr ohnehin ausläuft, haben wir entschieden, den Vertrag nicht mehr zu verlängern. Wir fokussieren unsere Aktivitäten in der Schweiz auf unsere Boutiquen in Zürich, Genf, Luzern, Lugano und St. Moritz und entwickeln neue Konzepte, um das Unternehmen weiterhin gut für die Zukunft aufzustellen.“

Für unsere Basler Kundinnen und Kunden sind wir weiterhin da und stehen telefonisch, per E-Mail, Live Chat (tagtäglich von 9 – 22 Uhr) und im Virtual Salon zur Verfügung. Unsere E-Boutique lädt ein, Schmuck und Uhren online zu entdecken. Auf Wunsch liefern wir Bestellungen in der Schweiz persönlich aus. Mit dem Personal Delivery Service verbinden wir gleichzeitig Online und Offline. Allen Mitarbeitenden der Basler Boutique bieten wir eine Weiterbeschäftigung in unserem Unternehmen an.“

www.gübelin.com


Die Basler Bijouterie befand sich seit 1972 an der Freie Strasse im ⬈ Haus zum Steblin, einem der ältesten Gebäude der Stadt. Persönlich glaube ich, dass die Boutique Gübelin zu den schönsten und edelsten Geschäften in der ganzen Region Basel war und bedaure sehr, dass das Luzerner Familienunternehmen nicht mehr in Basel präsent ist. Ich werde Sie vermissen…

Uhrenexperte Patrik-Philipp Huber

Art Basel: Fest der Sinne auf der internationalen Kunstmesse

Die Art Basel lädt vom 24. bis 26.09.2021 ein zu einer grossen Feier der internationalen Kunst. Die Messe wurde im vorigen Jahr aufgrund der Covid-19-Pandemie zunächst verschoben und schliesslich ganz abgesagt. Daher freuen sich die Besucherinnen und Besucher aus aller Welt nun besonders auf eine Schau der spektakulären Art.

Grosse Kunst in Zeiten der Globalisierung

Die Gegenwart ist geprägt von schnellem Personentransport, leicht verfügbaren Kommunikationsmitteln und Informationen aus der ganzen Welt. Wer die Zeichen der Globalisierung erkannt hat, setzt auf internationale Vernetzung. Kulturelle Eigenschaften aus den fernsten Ländern sind blitzschnell identifiziert und wie selbstverständlich integriert. Daher hat sich auch die Art Basel längst ausserhalb des schweizerischen Territoriums orientiert. Mit Standorten in Basel, Miami Beach und Hongkong zieht das Grossereignis insgesamt bis zu 300’000 Gäste an und bietet ein breites Spektrum aus bis zu 900 Galerien aus allen Erdteilen. Wer die Kunst schätzt, kennt die Art Basel!

Natürlich wissen auch die Fans erlesener Zeitmesser die Welt der Künste wertzuschätzen. Wir haben uns gefragt: Wie repräsentiert die internationale Kunstwelt auf der Art Basel die Zeit und die Zeitmessung? Spielen Uhren in der Kunst eine Rolle? Unsere Spurensuche war erfolgreich.

Uhren in Kunstwerken der Art Basel: zwei Beispiele

Ugo Rondinone gestaltete 2016 die Skulptur „Yellow Clock“. Die Uhr als Sinnbild für Vergänglichkeit erstrahlt hier in hellem Gelb, als sei sie eine Verkörperung der Sonne. Damit sehen wir klarer, dass all unsere Lebensgrundlagen von der Zeit abhängen – und vergänglich sind. Auf der „Yellow Clock“ sind klassische römische Ziffern abgebildet. Die Skulptur ist gläsern und erinnert an kunstvoll gearbeitete, farbige (Kirchen-)Fenster. Mit den Ziffern und der Erinnerung an Bleiglasfenster knüpft Rondinone an Traditionen an und erschafft gerade damit ein modernes Kunstwerk. Nicht alles vergeht, manches bleibt. In diesem Bild treffen sich die Natur und die Tradition in ihrem zeitlich geprägten Wechselspiel. Ugo Rondinone beschäftigt sich in seiner Arbeit oft mit Phänomenen der Natur wie z. B. dem Sonnenaufgang, dem Regenbogen, den Wolken oder dem Horizont.

Die „Decimal Clock (White an Pink)“ von Carsten Höller ist in schmalen Linien in pink und weiss gehalten. Diese Installation zieht ihre Betrachterinnen und Betrachter in einen Sog aus Kreisen, die erstrahlen und zugleich magisch anziehen. Die „Decimal Clock“ zählt 10 Stunden, 100 Minuten und 100 Sekunden. Damit erinnert sie uns daran, dass die weltweite Homogenisierung der Zeit eine Antwort auf die beispiellose Vernetzung und Verbindung auf dem Erdball war. Diese ist heute wieder von herausragender Bedeutung. Während der Französischen Revolution wurde mit der Dezimalzeit experimentiert. Wir sehen, dass auch unsere Zeit von grossen Erschütterungen heimgesucht wird. Die Herausforderungen sind bereit, bewältigt zu werden. Sind wir es auch?

Kunstvoll gestaltete Uhren von angesagten Designern

Designer-Uhren, die von berühmten Designern stammen, können mit den Ansprüchen der Kunstwelt durchaus mithalten. Sie verschmelzen Tradition und Moderne und vereinen eine Botschaft mit herausragender Praktikabilität. Einige Modelle von Flemming Bo Hansen sind genau so schlank wie das Armband. Gerade wegen ihrer bewusst gesetzten Unauffälligkeit sind sie ein echter Blickfang. Das Zifferblatt als Digitalanzeige setzt futuristische Aspekte ein. Das Design folgt dem Goldenen Schnitt. Damit  ist ein bestimmtes Teilungsverhältnis von Strecken oder andere Messungen gemeint. Das Ganze steht dabei zu seinem grösseren Teil in demselben Verhältnis wie der grössere Teil zu dem kleineren. Der Goldene Schnitt war schon in der mathematischen Literatur der griechischen Antike bekannt. Es gibt ihn in der Kunst, in der Architektur und in der Natur.

Einige Junghans-Modelle folgen den Spuren des Designers Max Bill, der ein schweizerischer Architekt, Designer und Künstler war. Er studierte in den 1920er-Jahren in Deutschland das Bauhaus-Design und verwandelte es in seine Auffassung von der konkreten Kunst. Funktionalität und Schlichtheit gehen hier einher mit Eleganz und dem dezenten Besonderen.


Art Basel
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Fedor Singer

Beitrag von Fedor Singer


Nachtrag. Artikel von Pro Innerstadt Basel.

Basel im Kunst-Rausch

Stolze 272 Galerien aus 33 Ländern haben sich in diesem Jahr angemeldet, um ihre Gemälde, Filme, Fotografien, Installationen und Skulpturen in Basel zu präsentieren – das sind fast genauso viele wie an der letzten Art Basel 2019…
Pro Innerstadt Basel

 

Comback der Baselworld

Sehr erfreuliche Nachrichten aus Basel.

Die Messeveranstalterin MCH Group teilt am Mittwoch 23. Juni mit, dass die Uhren- und Schmuckmesse Baselworld 2022 wieder stattfinden wird.

Die erste Durchführung in der neuen Form plant das Unternehmen im März / April 2022. Der Termin der Baselworld soll zeitgleich mit dem Genfer Uhrensalon stattfinden und als Ergänzung dazu stattfinden. Die neue Messe soll auch kleineren Uhren- und Schmuckhersteller Platz bieten.

Zudem soll im Herbst 2021 eine digitale Plattform lanciert werden, die den Austausch zwischen den Branchen aber auch für Endkunden und Influenceren zugänglich sein soll. Auch sind diverse digitale Live-Events und weitere Aktivitäten geplant.

Die neue Ausrichtung der BASELWORLD deckt sich mit der Strategie der MCH Leitung. Sie fokussiert sich auf Plattformen für Communities in ausgewählten (internationalen oder nationalen) Ecosystemen, dem Angebot von Experience Marketing Lösungen mit einer ganzheitlichen Betreuung der Kunden weltweit und dem Betrieb der eigenen Infrastrukturen in Basel und Zürich.

Demnächst mehr…


Baselworld 2022

Weitere Veranstaltungen im Uhren-Veranstatlungskalender
und unter baselworld.com

 

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