Ronda Lausen

Ronda Lausen

Schweizer Uhrmachergeschichte

Wer auf Quarzuhrwerke mit Schweizer Tradition setzt, vertraut auf Ronda – denn die Werke in fertige Uhren einzubauen, überlässt Ronda seinen Kunden. Sportuhren, modische Begleiter und hochwertige Zeitmesser verlassen sich auf das tickende Herz von Ronda.

Vor mehr als 70 Jahren nahm die Geschichte von Ronda im Waldenburgertal des Kantons Baselland ihren Anfang. 

Aus der Schweiz um die Welt

Die Wurzeln Rondas liegen im Waldenburgertal. Der Gründer William Mosset hob seinen Betrieb 1946 aus der Taufe. Mittlerweile ist der Firmensitz in Lausen. Hier befinden sich das Controlling, die Logistik, das Marketing und die Herstellung. Zur Gruppe gehören inzwischen fünf Tochtergesellschaften, die weltweit verstreut sind, nämlich im Jura, im Tessin, in Thailand und in Hongkong. Die Mitarbeiterzahl ist auf stolze 1’500 gewachsen.

Wie fing alles an?

William Mosset erblickte am 03.06.1909 in Hölstein das Licht der Welt. Dort absolvierte er auch eine Ausbildung zum Feinmechaniker. Im Keller seines Elternhauses hatte er sich eine eigene Werkstatt eingerichtet. Schon 1929 entwickelte er eine bahnbrechende Erfindung: das erste Werkzeug, mit dem man alle 32 Löcher einer Platine auf einmal ausstanzen konnte. Nicht nur sein damaliger Arbeitgeber profitierte davon, auch sein eigenes Unternehmen baute auf diesem Geniestreich auf.

Bei der Firma Oris lernte Mosset die Konstruktion von Uhren und übernahm früh das Assortiment, also die Herstellung der vollständigen Schaltung der Uhr. Aber sein Streben ging noch weiter. Er begriff schnell, dass er als Angestellter nicht an sein Ziel kommen würde. Um einen soliden Grundstein für seine Unternehmensgründung zu legen, absolvierte er ein Fernstudium und erdachte kleinere Pivotier- und Poliermaschinen für Uhrenfabriken.

Die Gründung nach dem Zweiten Weltkrieg

Am 19.03.1946 gründete Mosset seine Firma. Endlich war der Krieg vorbei, endlich konnte er sein Bauvorhaben angehen. Den Namen leitete er von dem französischen Wort „arrondir“ her, das im Zusammenhang mit dem Schleifen der Pivots verwendet wird.

Anfänglich stellten 45 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verschiedene Teile für Ankeruhrwerke her, ab 1947 auch Teile für Stiftankerwerke und Roskopfwerke. Im Jahr 1958 nahm Mosset reglierte Unruhen ins Programm auf.

Die weitere Entwicklung und die Quarzkrise

Da durch das Schweizer Uhrenstatut die Herstellung von Ebauches den grösseren Konzernen vorbehalten war, musste Mosset lange kämpfen, bis er eigene Roskopfwerke und Ankerwerke fertigen durfte, was aber schliesslich 1961 geschah.

In den 1970er Jahren überschwemmten preiswerte Quarzuhren aus Asien den Markt, was der schweizerischen Uhrenindustrie stark zusetzte, zumal die neuen Uhrwerke deutlich präziser waren. Daher brachte auch Ronda 1974 seine erste Quarzuhr heraus. Allerdings dauerte es eine Weile, bis diese ein Verkaufsschlager wurde. Die Ölkrise verschärfte die Situation zusätzlich und die allgemeine Bereitschaft für Innovation und Investition sank. Ronda hingegen vergrösserte sich durch die Gründung einer Niederlassung in Hongkong 1972. Dort wurden Ankeruhrwerke und Stiftankeruhrwerke produziert.

 

Die 2. Generation

Die 1980er Jahre brachten schliesslich den endgültigen Siegeszug der Quarzuhr. Ronda reagierte daraufhin mit einer Aufstockung des Personals. Im Jahr 1985 starb der Gründer William Mosset unerwartet. Daher ging die Geschäftsleitung an die Tochter Elisabeth und ihren Ehemann Daniel über. Der Sohn Erich studierte damals noch an der ETH Zürich; danach trat auch er dem Familienunternehmen bei.

In den 90er Jahren erfolgte die Gründung einer Niederlassung in Thailand zwecks Fertigung einzelner Uhrenteile. Es folgten besonders kleine Uhrwerke und Werke mit Lithiumbatterie, die über 10 Jahre liefen. Im Jahr des 50. Firmenjubiläums 1996 wurde Ronda als erster europäischer Uhrwerkproduzent nach der ISO-Norm 9001 zertifiziert, was als zusätzliches Qualitätsmerkmal gewertet wurde. Die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Thailand stieg auf mehr als 1‘000.

 

Nach der Jahrtausendwende

Mit dem Millennium kamen einige Neuerungen auf den Markt, allen voran die Startech Linie 2003. Multifunktionswerke und Chronographen machten es möglich, den Kunden eine viel grössere Flexibilität zu bieten. Daher ergänzten neue Kunden aus dem hochpreisigen Segment den Kundenstamm. Den Schwerpunkt bildeten nun also höchst komplexe Uhrwerke. Ab 2011 konzentrierte sich Ronda erneut auf Uhrwerke mit integrierter Stoppfunktion und Uhrwerke, die neue Uhrendesigns möglich machten.

 

Die Renaissance des mechanischen Uhrwerks

In den späten 1980er Jahren stellte Ronda die Produktion von mechanischen Uhrwerken ein, nachdem deren Nachfrage sukzessive nachgelassen hatte. Aufgrund neuer werksinterner Entwicklungen im technischen Bereich beschloss der Verwaltungsrat 2011, wieder mechanische Uhrwerke herzustellen. Diese waren auch auf der Baselworld 2016 zu sehen.

Ronda Uhrwerkfabrikation in Lausen

Ronda tickt wieder mechanisch

Mangels Nachfrage wurde die Produktion mechanischer Uhrwerke Ende der 80er komplett eingestellt. Nachdem sich Ronda in diversen Technologien stark weiterentwickelt hatte und auf einer breiten industriellen Grundlage aufbauen konnte, beschloss der Verwaltungsrat Ende 2011, erneut ins mechanische Segment einzusteigen. An der „Baselworld 2016“ wurde der 11½’’’ Kaliber R150 vorgestellt, eine Eigenkonstruktion mit drei Zeigern und Datum. Die Lancierung des Uhrwerks der Linie „Mecano“ ist für Anfang 2017 geplant.